Längst werden wir jedoch nicht nur indirekt über die Inhalte und Erscheinungsformen beeinflusst, sondern direkt und mit feststehender Absicht. Überall, wo Bildschirme installiert sind, können ,subliminal messages' (unterschwellige Mitteilungen) mitgesendet werden. Wie es ihr Name sagt, sind sie nur an unsere nicht bewussten Bereiche adressiert.


Am 13. Mai 1988 publizierte die Zeitung „Le Quotidien de Paris" einen Bericht des Medienspezialisten Jean Montaldo, der entdeckt hatte, daß dem französischen TV-Publikum während des Wahlkampfs um das Amt des Staatspräsidenten über Monate hinweg dreimal täglich vor den Nachrichten eine Sequenz von zehn Bildern des amtierenden Präsidenten Mitterrand präsentiert worden war.


Und dies unwahrnehmbar eingeblendet in das Vorspann-Signet des staatlichen Senders Antenne 2. Der spätere Nachweis gelang mit Hilfe eines Videorecorders, der die Einzelbilder auf Wunsch als Standbilder zeigt. Insgesamt soll die Bilderreihe 2949 mal gesendet worden sein. Nicht schlecht ...

Der Produzent entschuldigte sich anschließend, „ich wollte den Vorspann nur aktuell machen."

Und der zuständige Redakteur erklärte alles zu einem „Scherz".

Die Wahl Mitterrands wurde niemals angefochten. Logisch ....



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